Meine Blogroll

Kürzlich habe ich wieder von der Renaissance der Blogs gelesen. Wenn ich die Aktivitäten meiner eigenen Seite und die der Blogs, denen ich gerne folge, beobachte, ist hier eher von einer Winterstarre zu sprechen. Das ist sehr Schade. Jeder Bloggergeneration hat seine Phase. Tut mir leid, wenn ich hier so obergscheid schreibe, aber dies ist die zweite Welle, die ich so bewusst miterlebe. Als ich zu bloggen begonnen habe (2003) war alles noch sehr neu. Mit meinem zweiten Blog 2005 war ich in der ersten Welle der Begeisterung. Vielen bin ich damals gefolgt, wir haben hin- und her kommentiert und langsam nach ein paar Jahren war der Saft draußen. Bei mir auch.

2011 habe ich dann diesen Blog hier gestartet. Es musste was Neues her, mit neuer Energie. Auch hier habe ich eine tolle Blognachbarschaft gefunden mit vielen neuen Bloggern und tollen Seiten. Mit den Jahren sind diese aber auch wieder weniger geworden und die Zeiten, Interessen und auch Techniken ändern sich. Instagram hat vielen Bloggern das Publizieren der Bildchen auf eine andere Ebene gehoben. Oft haben sich die persönlichen Voraussetzungen geändert. Neuer Job, neue Familie, Kinder zu alt, keine Themen mehr. Es gibt ganz viele Gründe.

Um ein wenig mit dieser Zeit abzuschließen aktualisiere ich heute meine Blogroll.  Ich weiß, eine Blogroll ist nicht mehr in, ein Relikt aus alten Bloggertagen. Aber egal, ich will das Ding rechts in der Menüleiste mal ein wenig aktualisieren. Das schulde ich alleine schon den tollen Blogs, die ich wirklich sehr gerne lese und die dadurch auch vielleicht wieder einen kleinen Stups bekommen.

In meiner Blogroll stehen:

Problemzone – Frl. S. Weblog. Hier findet ihr immer wieder die andere Perspektive von meinen Beiträgen, wenn Männlein und Weiblein oft das Gleiche aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählen.

Die Kunst den Alltag zu feiern – Frau Papagena erzählt aus Ihrem Leben und ich lese so gerne mit und betrachte ihren supertollen Bilder, die inzwischen ganz fleißig auf Instagram zu sehen sind.

Soul Rebel – Shanee wird immer geöffnet, wenn feedly mir erzählt, dass sie was Neues geschrieben hat, was aber auch schon wieder ein Weilchen her ist.

Heldenhaushalt – Sari und ihre drei Helden in Berlin. Erzählt aus ihrem Leben mit Familie und Kreativität. Lese ich schon seit gefühlten Urzeiten. Mit Zuwachs an Familie und Wohnungswechsel, und, und, und ist es einfach toll zu sehen, wie andere das Gleiche erleben. Man kann mitfühlen, mitfiebern, sich mitfreuen, mitärgern, mitdenken … Ach einfach vieles paralleles.

Rottenbike – Frl. S Fahrradbilder. Einfach eine spitzen Idee, wenn auch mal wieder ein neues Bildchen dazukommen könnte. 😉

Ruhiger geworden:

Blogsschäfchen – Steffi schreibt jetzt nur mehr ihren Bücherblog, was toll ist, aber nicht ganz mein Buchgeschmack ist. Schade, hab sie immer sehr gerne gelesen. In feedly sehe ich trotzdem was los ist 😉

Glückssplitter – Um Leah Wunschstein ist es ganz ruhig geworden, was ich auch sehr bedauere. Ihre Seite ist offline, ihr Instagram-Account schon lange nicht mehr befüllt, fb und Twitter sind weg. Was ist los? 🙁

Streichen werde ich:

electric grain – Mein alter Fotoblog, bei dem ich nichts mehr schreibe. Tja, ist so.

Gut wird sind wieder up-to-date. Dies sind nicht alle Blogs denen ich folge aber zumindest einige, die mir wichtig sind. Das müssen ja auch nicht viele sein. In meinem RSS-Reader folge ich insgesamt 167 Webseiten, davon sind 43 Blogs, die ich verfolge. Der Rest sind Seiten zu verschiedenen Themen wie Fotografie, Design, Webworking, und, und, und. Leider werden viele gar nicht mehr regelmäßig aktualisiert oder sind einfach weg. Manche tauchen nach Jahren wieder aus der Versenkung auf, ich will sie also nicht aus dem Reader löschen. Keine Ahnung, wann ich mit dem Google Reader angefangen habe. Nach der Einstellung des Dienstes bin ich zu feedly umgezogen und seit dem dort gut untergebracht.

Ich bin zur Zeit thematisch ganz bei Shanee, wenn Sie über das Bloggen schreibt und möchte selber wieder in diese Richtung. Ich war eigentlich ja nie woanders, hatte aber nicht mehr wirklich eine Schreibmotivation. Was mache ich hier eigentlich? – oder so ähnlich.

Der Winter ist Bloggerzeit. Es wird früher dunkel, man sitzt Abends wieder länger in den eigenen vier Wänden und kann die Fotos des Sommers in Ruhe durchgehen und vielleicht findet das eine oder andere Bild auch den Weg in einen neuen Artikel.

Wir lesen uns 😉

12 von 12 – 12/16

Da haben wir es wieder: Ein 12v12 und der nächste Beitrag ist ein tata: 12 von 12.

Ui, schlechte Beitragsfrequenz. Egal, meine Fotos vom 12. kommen am 15. und sind zudem recht lieblos.

Fangen wir trotzdem an:

IMG_7485Ein Pendlermorgen am Montag…
IMG_7486…der Bahnsteig leer, der Himmel dunkel.
IMG_7487ein düsterer Blick aus dem morgendlichen Büro. Ist leider so….
IMG_7488
…und wird bei der Wiederholung nicht besser.
IMG_7489Im Nachmittagsbüro ist es auch dunkel und die Überreste des Marktes am Wochenende sind noch aufzuräumen (inkl. der Banane)
IMG_7490Eintrittskarten für ein Konzert in Jänner. Drucken und schneiden.
IMG_7492Ein Highlight des Tages: Ein Freund von mir hat es doch tatsächlich geschafft ein Nintendo Classic Mini für mich zu besorgen. Verfrühtes Weihnachten.
IMG_7493Im Pendlerzug am Heimweg. Wieder viele graue Menschen.
IMG_7495Zuhause gibt es einen Kaffee mit der neuen Kaffeemaschine. Inzwischen wissen wir wie das Ding funktioniert und der Kaffee ist auch sehr lecker.
IMG_7496Weil es so schön ist nochmal im Detail. Ja, ja ich habe heute einfach nicht mehr Fotos.
IMG_7497Abends geht es auf den Boden zum LEGO-Spielen. Noch weiß ich nicht, dass die Kinder am nächsten Tag krank sein werden und ich zwei Tage Pflegeurlaub nehmen muss.

Inzwischen sind alle wieder fit und das Wochenende steht auch schon fast vor der Tür.

Alle anderen 12er gibts wieder hier zu finden. Danke fürs anschauen 😉

12 von 12 – 11/16

Ein 12er Samstag. Heute habe die Damen des Hauses einen Mädlstag gemacht und sind in die Stadt zum shoppen und Kino schauen. Was die Bubelen erlebt haben, seht ihr hier:
_R007249Der Tag beginnt heute mit Joghurt, nicht wie sonst mit Kaffee.
_R007257Wir starten mit einer Müllrunde zum Recyclinghof.
_R007261Unser Vormittagsausflug führt zu einem Landwirtschaftsmaschinenhändler. Dort betrachten wir neugierig die gigantischen Traktoren. Hui.
_R007262Unsere Tour wird mit Zaz musikalisch untermalt. Eine superfeine Automusik.
_R007263Kulinarische Ausnahme: Wenn die Mädls nicht da sind gibt es Tiefkühljunknahrung. Das haben wir sonst nie. Hui.
_R007267Ein relaxter Nachmittag beginnt.
_R007268Die Sonne steht immer tiefer und die letzten Strahlen wärmen die für den Winter eingepackten Pflanzen.
_R007269Weil das Wetter so fein und nur daheim sitzen doof ist, starten wir nochmal zu einem kleinen Spaziergang.
_R007270Es gibt sehr viel zu entdecken. in unserem kleinem Ort.
_R007271Technisch am anderen Ende zu den Fahrzeugen am Vormittag, dafür sehr kultig.
_R007274Als die Mädls Heim kommen, wird die frische Beute sofort gezeigt und bemalt. Die Tasch wurde vom gesparten Geld selbst (!) gekauft.
_R007273

Abends wandern die Füße hoch und wir lassen uns von Katniss Everdeen berieseln.

Danke fürs anschauen, mehr wie immer hier. Bis bald.

Railjet 661 – Wagon 31 – Sitz 52

Zugsonnenuntergang

Die Landschaft saust im Eiltempo an einem vorüber, es ist ruhig und nur leise Stimmen sind im Hintergrund zu hören. Gegenüber sitzt eine wildfremde Person. Stundenlang ohne ein Wort zu sagen. Eine Fremde. Wer sie wohl ist? Woher sie kommt, wohin sie geht?

Ich sitze im Zug nach Wien. Hier sind viele unerzählte Geschichten zu finden. Auch meine Geschichte bleibt unerzählt. Sie ist auch wenig spektakulär. Ich bin auf Dienstreise.

Dienstreise klingt spannend. Hat was von: Der Kerl muss beruflich in die Karibik, wohnt in den tollsten Hotels, hängt Abends mit tollen Leuten an der Bar und ist ein kosmopolitischer Wunderbaum der Vielfaltigkeit.

Hmmmm…… Meine Tatsache sieht ein wenig anders aus. Etwa zwei Mal im Jahr darf / kann / soll / muss ich nach Wien reisen. Dort ist eine Arbeitssitzung der Internetverantwortlichen meiner feinen, kleinen NGO. Wir bequatschen Vergangenes, Erfahrungen und neue Projekte und tauschen unsere Meinungen aus. Entscheiden können wir nix, das machen die Chefs dann daheim, wenn wir brav unsere Berichte abgeliefert haben. Die Sitzung beginnt meist um kurz nach zehn und dauert bis vier. Ich kann also nicht in der Früh anreisen, das geht sich nicht aus und komme dafür recht spät wieder nach Hause. Ich fahre meist am Vorabend nach Wien. Übernachte immer im gleichen Hotel und kenne mich daher schon bescheiden aus.

Die Zugfahrt geht meist rasch vorüber. Man hat Zeit, viel Zeit. Viereinhalb Stunden dauert die Fahrt aber ich habe immer sehr viel Unterhaltung mit dabei: Buch, Rechner, Zeitungen, iPad, Nintendo. Nicht immer die ganze Aufzählung, aber mir wird nie langweilig. Abends sehe ich auch einfach gerne nur aus dem Fenster und beobachte die Landschaft, die untergehende Sonne.

Dieses Mal habe ich keine Sitzung sondern einen Workshop. Ich mach bei uns nicht nur das Internet, sondern hauptsächlich die Grafik. Wir haben diesen Monat eine neue große Kampagne gestartet und die Grafiker werden nun nach Wien gerufen, um von der Kreativagentur in der richtigen Anwendung der Gestaltung gebrieft zu werden. Bin schon ganz gespannt, wird sicher recht unterhaltsam.

Der Workshop wird nur vier Stunden dauern und um kurz nach zwei fertig sein. Das ist gut, da ich dann wesentlich früher als sonst wieder nach Hause fahren kann. Vier Stunden Sitzung, neun Stunden Zugfahrt. Dann werde ich wieder unter vielen Fremden sitzen, die auch alle ihre eigene Geschichte haben und vielleicht auch wie ich mit frisch getankter Schlauheit den Sonnenuntergang fotografieren.

12 von 12 – 10/16

Mein 12er war wieder ein regulärer Arbeitstag und ich bin mit der Veröffentlichung heute richtig flott. Es ist erst der 13.

Los gehts:

_R007150Wusstet ihr eigentlich, dass ich seit fast zwei Jahren täglich ein paar Zeilen über den vergangenen Tag schreibe? Ich mache das immer ganz in der Früh, wenn alle noch schlafen.
_R007153Am Wochenende wurde das nicht mehr verwendete Gitterbett gegen einen höhenverstellbaren Schreibtisch getauscht, der schon ganz fleißig in Verwendung ist.
_R007156Mein Nachmittagsbüro bunt gemischt.
_R007157Ich sitze gerade an der Einladung für eine Hochzeit. Hochzeitsdrucksorten gestalte ich immer sehr, sehr gerne.
_R007158Mein Vater ist eifriger Wappensammler und mit meinem großen Drucker drucke ich ihm regelmäßig seine Wappenseiten.
_R007159Ganz wichtig heute: Ich habe auf meinem Dawanda-Shop vier neue, alte Drucke eingestellt. Die Wintersaison ist gestartet.
_R007160Pünktlich vor vier sperre ich zu und sause Richtung Zug.
_R007161Genau das liebe ich am Herbst: Es ist wunderschönes Wetter aber es ist nicht mehr so heiß. Das ist mein Wetter. Oben auf den Bergen sind wir schon ordentlich angezuckert.
_R007163Zuhause gibt es Puzzles ohne Ende. Die junge Dame hat dabei einen gewissen Eifer.
_R007165Mein Bruder hält am Abend einen Vortrag über seine Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn, die er Anfang des Jahres gemacht hat. Sehr spannend. Frl. S wird mit Oma und Opa dabei sein, ich bin Schlafbeobachter der Kinder.
_R007167Davor gibt es aber noch lecker selbstgemachten glutenfreien Kuchen. Danke Frl. S. 😉
Mniam……
_R007168Gute-Nacht-Geschichte für das Fräulein. Ohne Mama ist die Abendprozedur außer Routine und daher etwas schwieriger, aber wir schaffen das.

Gut, das wärs für heute. Ich hoffe meine Bilder haben Euch gefallen.

Alle anderen 12er gibts hier.

Ein Wochenende am Gardasee

Gestern vor einem Jahr haben wir geheiratet. Ist letztes Jahr gar nicht ausführlich im Blog beschrieben worden, aber das ist halt so. Heuer lass ich Euch dafür an unserem Hochzeitstagswochenendausflug ohne Kinder teilhaben. Die Kinder wurden ab Freitag von der Oma bespaßt und wir verbrachten ein wunderbares Wochenende am Lago di Garda.

Zu Zweit verreisen eine ganz andere Qualität, die man schon fast ein wenig verlernt hat. Früher haben wir einige Male richtige Fotosafaris gemacht und das waren ganz, ganz tolle Urlaube und Ausflüge.

Mit Kindern ist das ein wenig anders, da man kein Auge auf die Dinge um sich werfen kann. Die Kleinen haben einfach zu viel Blödsinn im Kopf, was ja auch gut ist. Zum Fotografieren kommt man dabei aber kaum.

Unser Sommerurlaub mit Kindern war Strand, Meer, Spielen und viel Unsinn machen. Unser Spätsommer-Frühherbstausflug an den Gardasee war Ruhe und Zweisamkeit. Beides ist ganz toll und ich bin schon sehr glücklich beides machen zu können.

Doch jetzt unser Ausflug in Bildchen: Weiterlesen

12 von 12 – 9/16

Ui, nach langer Pause wieder ein 12v12. Zumindest der Versuch, da ich die Bilderanzahl nicht geschafft habe:

_R007124Ja, früh gehts aus dem Bettchen…
_R007125…und im Büro ist die Sonne noch nicht ganz raus.
_R007126Schon ist wieder Mittag und ich sperr das Türchen zu.
_R007127Bei mir gibt es wieder frische Buttons in vielen bunten Farben.
_R007129Wir sind schon am späten Nachmittag, wenn das Mädchen und der junge Mann von Kindergarten und Co. abgeholt werden.
_R007131Zeit die Füße auszustrecken und einfach mal dazusitzen.
_R007132Vor dem Essen noch eine Partie Uno. Die junge Dame ist ganz fanatisch (und ich finde es eigentlich auch ganz nett).
_R007133Hab ich Euch schonmal den Blick von unserem Balkon Richtung unten gezeigt?

Gut, das wärs. Nicht vollständig aber zumindest zeitgerecht und online. Viel mehr zum gucken gibt es wieder hier.

Wenn man sich mal ein wenig ärgert…

…kann es durchaus sein, dass eine Kurzschlussreaktion folgt. Diese kann im Extremfall auch drei Wochen nach dem Ärger erfolgen. Doch alles von vorne:

Seit letztem Jahr ist bei unserer gigantischen Familienkutsche die Klimaanlage defekt. Gegen Herbst letzen Jahres wollte ich sie nicht mehr reparieren, heuer kurz vor dem Italienurlaub war ich natürlich zu knapp dran und vor etwa einem Monat wurde daran rumgebastelt. Jetzt ist wieder Herbst und sie funktioniert immer noch nicht. Der Mechaniker ist 300.- Euro reicher, ich verärgert und an heißen Tagen haben wir eine hitzige Stimmung im Auto.

Über die misslungene Reparatur habe ich mich vor drei Wochen so geärgert, dass ich während des gesamten Oma-Osttirolwochenendes nur Autos am Tablet geguckt habe. Gut, gestern das finale furiosa der Kurzschlussreaktion:

frontL

 

Wir haben diesen blauen Flitzer gekauft. In den kommenden Wochen wird er unseren Wünschen entsprechend zusammengebastelt und Ende Oktober wird geliefert. Dann haben wir einen blauen Blitz mit Panoramaglasdach für die Kinder zum Wolken- und Sternegucken und toller Ausstattung für uns vorne mit Apple-Carplay zum Audible Hörbuchhören während der Fahrt.

Ich habe dann unheimlich viel Geld ausgegeben und wir sitzen in einem nagelneuen Kombikleinwagen statt dem reparaturunsicheren Oberklasse-Sharan Baujahr 2005 mit über 200.000 km. Es wird also kuscheliger von der Größe aber dafür wesentlich sicherer; in allen Aspekten.

Mit fünf Jahren Garantie und Vollkasko ist das Problem Reparaturen dann hoffentlich vorerst Geschichte und ich muss mich nicht mehr rumärgern über misslungene Reparaturen, tropfende Kühler, leere Batterien, sündhaftteure Winter- und Sommerreifen und, und, und.

23 Jahre nachdem ich den Führerschein gemacht habe nun also der erste gekaufte Neuwagen nach drei Gebrauchten. Hui. Schon ein merkwürdiges Gefühl den Kaufvertrag zu unterzeichnen. Wie der große Bruder unseres neuen Familienautos in Tschechien zusammengebastelt wird seht ihr hier:

 

Vorbei

Sommersee

Mein Abreißkalender im Büro zeigt noch den 23.(?) März. Das ist lange her, aber die Zeit ist wie ein Schnellzug dahin gerast. Meine Väterkarenz ist vorbei. Täglich arbeiten gehen. Welch grausame Vorstellung. Doch wie ist der erste kurze Blick zurück? Wie war die Väterkarenz dieses Mal?

Vom Putzen zur Kochsendung

Ich habe mit viel Drive gestartet; die Wohnung umgekrempelt, stundenlang nur mit den Kindern gespielt und pure „Karenz“ gelebt. Nachdem viel Anfangsmotivation und -tempo verbraucht waren, kamen schwierigere Momente: trödelnde, grantige Kinder, die mit nix auf der Welt zu bewegen waren und die Motivation wie eine Packung Kekse ratzeputz aufgeknabbert haben. Es wurde selbstverständlich, dass der Papa daheim ist. Was schön ist, aber den besonderen Zauber genommen hat. Kurz gesagt: Es kehrte ein Karenzalltag ein. Beim Nachmittagsprogramm haben wir uns dann als Eckpunkte auf die Mittagskurznachrichten und die Kochsendung um 14 Uhr eingependelt. Wobei die Kochsendung weniger als Anregung für mich, sondern als Spielvorlage für das kleine Mädchen hergehalten hat. Thema Kochen: Ja, da war ja noch was und auch hier habe ich einen geplanten Vorsatz nicht umsetzten können. Tut mir leid, ich war wohl ein schlechter Koch in der Karenz.

Die leisen Töne

Doch ich will hier nicht nur Trübsal blasen. Die Karenz hat mir vieles beigebracht: Ich kenne jetzt die vielen kleinen Details, die man einfach weiß, wenn man stundenlang mit den Kindern zuhause ist. Ein sanftes Raunen hier bedeutet Kuscheldecke und Lulli bereit stellen, dann die Kissen genau so hinlegen und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Die große Reise spielen kann einen ganzen Nachmittag und sämtliche Möbel der Wohnung benötigen und schon reist das Papa-Kinderduo quer durch die Weltgeschichte mit Sofazug, Küchentisch-Speisewagen und Kinderbett-Autobus. Natürlich mit sorgsam gepackten Koffern und speziell ausgesuchter Reisekleidung. Haben wir heute noch was vor? Stresst die Zeit? Nein, heute spielen wir! Sonst nix. Perfekt.

Beim Wachsen zusehen

Vier Monate sind eine lange Zeit für einen Bub, der letzte Woche erst 24 Monate alt geworden ist. Und auch das Mädchen ist vier Monate älter geworden und ich habe diesen kleinen Zeitrahmen ganz nah miterlebt. Es gab Wackelzähne, viele Traktoren, Ausflüge mit und ohne Fahrrad und an den Wochenenden ganz viel Familie. Eine tolle Zeit. Auch die ganzen Mamas im Kindergarten, kennen mich nun. Nicht, weil ich ungut aufgefallen wäre, sondern weil ich mit den beiden Knöpfen tagtäglich hin- und hergependelt bin und wir einfach ein entzückendes Trio waren. 😉

Ein Sommermärchen

Jetzt bin ich wieder ein normaler, berufstätiger Papa, der den ganzen Tag in der Arbeit verbringt und nur am Wochenende Traumreisen unternehmen kann. Am liebsten würde ich nochmal vier Monate dranhängen. Auch wenn ich immer wieder mal der „blöder Papa! Geh weg!“ bin und das Flaschi nur die Mama machen darf und: „Nit, Papa. Nein!“. Tja, so ist das mit dem Sommer 2016. Der voll von Spielereien, Träumereien, Raunzereien, Fußballgucken und Kindergartenepisoden war. Es war ein einzigartiger Sommer, dessen Wert mir bereits jetzt bewusst ist, den ich künftig im Rückblick aber unheimlich schätzen und vermissen werde.

P.S.: Ich war soooo vom Computer weg, dass sogar zwei 12 von 12 entfallen sind. Die Fotos habe ich an diesen Tagen alle brav gemacht, aber vor den Rechner sitzen in der Karenz, um sie hochzuladen??? Vergiss es! Und das ist (war) gut so.