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Im Weinberg

Das Wochenende führte mich nach Klosterneuburg zu einem Geburtstagsbrunch. Mein Firmling wurde achtzehn Jahre alt. Wow. Ich war zu seinem gemütlichen Sonntagsgeburtstagsbruch geladen.
Leider liegt Klosterneuburg am andere Ende von Österreich und so bin ich nur alleine gefahren. Samstag kurz nach Mittag ging es los. Während der Fahrt lief ein unterhaltsames Hörbuch und so sauste Stunde um Stunde dahin, bis ich nach grob fünf Stunden am Ziel war. Den Abend ließen wir in einem „Heurigen“ ausklingen und das eine oder andere Glas superfeiner Wein erfreute den Gaumen.
Am Morgen wurde gebruncht. Eigentlich gab es alles, was man sich vorstellen kann. Während die Vorbereitungen liefen, spazierte ich noch ein wenig durch die nahe gelegenen Weinberge. Eine sehr feine und sehenswerte Gegend. Die alten, gereiften Weinstöcke in den Weingärten sehen deutlich professioneller aus, als meine beiden frisch verpflanzten Jungexemplare auf der Terrasse, aber das wird schon noch werden.
Nächstes Mal besuche ich wieder mit der ganzen Familie diese hübsche Gegend.
Kurz nach Mittag startete ich dann auch schon wieder nach Hause. Hörbuch rein und los gehts. Nach einer weiteren meditativen Fahrt, war ich kurz vor dem Abendessen zu Hause.

Fein wars, weit bin ich gefahren und die Gastfreundschaft ist immer wieder überwältigend. Ich freu mich, wenn wir uns bald schon wieder in voller Besetzung treffen werden.

P.S.: Zwei Flaschen Wein gingen als Mitbringsel mit nach Hause. 😉

Saison eröffnet

Ich würde dann mal die Saison eröffnen. Heute Morgen: 9,5 Grad, d.h. fast die geforderten 10 Grad zum Start. Auch nicht mehr ganz zappenduster. Passt also.

Brumm-Brumm, Knatter-Dengg-Dengg…….

Das Rollerchen lief wie immer ganz brav und ich war nicht mal so erfroren wie erwartet. Morgen ist leider kein perfektes Wetter angesagt, aber der Start ist vollbracht.

Mal sehen wie eifrig die heurige Saison wird. Das Rollerchen hat heuer glaube ich seinen neunten Geburtstag und den 10.000er haben wir letztes Jahr bereits geknackt. Die Blinker sind seit letztem Sommer wieder defekt, werde sie dann eventuell kommendes Jahr wieder reparieren lassen. Der Rest ist wie gewünscht: Könnte schneller laufen, aber ich komme ab 😉

winterlicher Zahnarztbesuch

Es gibt Tage, an denen bleibt man besser zuhause und es gibt Tage an denen kann man das einfach nicht. Gestern war so ein Tag, ich musste raus. Es fängt an zu schneien und es hört einfach nicht mehr auf. Am späten Nachmittag habe ich einen Zahnarzttermin, nutzt nix, ich muss fahren.

Auf der tief verschneiten Autobahn geht es ins Ötztal. Langsam aber sicher komme ich irgendwann an. Beim Zahnarzt des Vertrauens läuft alles ganz optimal: Zahn ist wieder ok, zumachen, Rechnung mitnehmen. Perfekt.
Der Schneefall wurde inzwischen zum Eisregen und auf der Heimfahrt ist doch tatsächlich ein Fahrradfahrer mitten im Ötztal auf der Schneefahrbahn der Bundesstraße unterwegs. Ein mutiges Kerlchen. Der musste wohl auch raus und konnte nicht daheim bleiben. Hoffentlich ist er sicher nach Hause gekommen.
Zuhause ist unser kleines Autolein in einen glänzend gefrorenen Eispanzer eingehüllt. Erinnert ein wenig an der lieben Ötzi von Mittwoch.

Ab in den Süden…

Irgendwie kann ich die junge Dame verstehen, dass sie sich vor der fast 5000 Jahre alten Mumie gefürchtet hat. Die Neugierde im Vorfeld war groß und auch das Ötzidorf im Ötztal ist ein verspielter Erlebnisspark, aber die echte Mumie im wissenschaftlich aufbereiteten Museum in Bozen war dann doch was ganz anderes.

Es ist auch für die großen Menschen ein wenig merkwürdig, wenn da eine uralte ausgetrocknete Leiche im Schaufenster liegt. Durch ein kleines Fensterchen sieht man in den raumgroßen Kühlschrank. Fast 100% Luftfeuchtigkeit bei -7 Grad. So fühlt sich die Feuchtmumie von Welt am wohlsten.

Die lebensgroße Puppe war dann etwas „humaner“ und nicht so zum fürchten.
Valentinstag in Bozen: Blumen, Blumen, Blumen. Nur ich habe es gestern nicht geschafft meinen Mädls Blumen zu schenken. Schwache Leistung Herr S., schwache Leistung!

Es ist sich einfach alles zusammen nicht ausgegangen. Trotz kurzer Ferientage. Schade.
Erste kleine Belohnung nach dem Museum: Ein superlecker Cappuccino. Das können sie einfach im Süden. Am Heimweg folgt noch eine Aschermittwochspizza am Brenner und müde kommen wir abends wieder nach Hause. Ein feiner Ausflug.

Railjet 661 – Wagon 31 – Sitz 52

Zugsonnenuntergang

Die Landschaft saust im Eiltempo an einem vorüber, es ist ruhig und nur leise Stimmen sind im Hintergrund zu hören. Gegenüber sitzt eine wildfremde Person. Stundenlang ohne ein Wort zu sagen. Eine Fremde. Wer sie wohl ist? Woher sie kommt, wohin sie geht?

Ich sitze im Zug nach Wien. Hier sind viele unerzählte Geschichten zu finden. Auch meine Geschichte bleibt unerzählt. Sie ist auch wenig spektakulär. Ich bin auf Dienstreise.

Dienstreise klingt spannend. Hat was von: Der Kerl muss beruflich in die Karibik, wohnt in den tollsten Hotels, hängt Abends mit tollen Leuten an der Bar und ist ein kosmopolitischer Wunderbaum der Vielfaltigkeit.

Hmmmm…… Meine Tatsache sieht ein wenig anders aus. Etwa zwei Mal im Jahr darf / kann / soll / muss ich nach Wien reisen. Dort ist eine Arbeitssitzung der Internetverantwortlichen meiner feinen, kleinen NGO. Wir bequatschen Vergangenes, Erfahrungen und neue Projekte und tauschen unsere Meinungen aus. Entscheiden können wir nix, das machen die Chefs dann daheim, wenn wir brav unsere Berichte abgeliefert haben. Die Sitzung beginnt meist um kurz nach zehn und dauert bis vier. Ich kann also nicht in der Früh anreisen, das geht sich nicht aus und komme dafür recht spät wieder nach Hause. Ich fahre meist am Vorabend nach Wien. Übernachte immer im gleichen Hotel und kenne mich daher schon bescheiden aus.

Die Zugfahrt geht meist rasch vorüber. Man hat Zeit, viel Zeit. Viereinhalb Stunden dauert die Fahrt aber ich habe immer sehr viel Unterhaltung mit dabei: Buch, Rechner, Zeitungen, iPad, Nintendo. Nicht immer die ganze Aufzählung, aber mir wird nie langweilig. Abends sehe ich auch einfach gerne nur aus dem Fenster und beobachte die Landschaft, die untergehende Sonne.

Dieses Mal habe ich keine Sitzung sondern einen Workshop. Ich mach bei uns nicht nur das Internet, sondern hauptsächlich die Grafik. Wir haben diesen Monat eine neue große Kampagne gestartet und die Grafiker werden nun nach Wien gerufen, um von der Kreativagentur in der richtigen Anwendung der Gestaltung gebrieft zu werden. Bin schon ganz gespannt, wird sicher recht unterhaltsam.

Der Workshop wird nur vier Stunden dauern und um kurz nach zwei fertig sein. Das ist gut, da ich dann wesentlich früher als sonst wieder nach Hause fahren kann. Vier Stunden Sitzung, neun Stunden Zugfahrt. Dann werde ich wieder unter vielen Fremden sitzen, die auch alle ihre eigene Geschichte haben und vielleicht auch wie ich mit frisch getankter Schlauheit den Sonnenuntergang fotografieren.

Ein Wochenende am Gardasee

Gestern vor einem Jahr haben wir geheiratet. Ist letztes Jahr gar nicht ausführlich im Blog beschrieben worden, aber das ist halt so. Heuer lass ich Euch dafür an unserem Hochzeitstagswochenendausflug ohne Kinder teilhaben. Die Kinder wurden ab Freitag von der Oma bespaßt und wir verbrachten ein wunderbares Wochenende am Lago di Garda.

Zu Zweit verreisen eine ganz andere Qualität, die man schon fast ein wenig verlernt hat. Früher haben wir einige Male richtige Fotosafaris gemacht und das waren ganz, ganz tolle Urlaube und Ausflüge.

Mit Kindern ist das ein wenig anders, da man kein Auge auf die Dinge um sich werfen kann. Die Kleinen haben einfach zu viel Blödsinn im Kopf, was ja auch gut ist. Zum Fotografieren kommt man dabei aber kaum.

Unser Sommerurlaub mit Kindern war Strand, Meer, Spielen und viel Unsinn machen. Unser Spätsommer-Frühherbstausflug an den Gardasee war Ruhe und Zweisamkeit. Beides ist ganz toll und ich bin schon sehr glücklich beides machen zu können.

Doch jetzt unser Ausflug in Bildchen: Weiterlesen

Wenn man sich mal ein wenig ärgert…

…kann es durchaus sein, dass eine Kurzschlussreaktion folgt. Diese kann im Extremfall auch drei Wochen nach dem Ärger erfolgen. Doch alles von vorne:

Seit letztem Jahr ist bei unserer gigantischen Familienkutsche die Klimaanlage defekt. Gegen Herbst letzen Jahres wollte ich sie nicht mehr reparieren, heuer kurz vor dem Italienurlaub war ich natürlich zu knapp dran und vor etwa einem Monat wurde daran rumgebastelt. Jetzt ist wieder Herbst und sie funktioniert immer noch nicht. Der Mechaniker ist 300.- Euro reicher, ich verärgert und an heißen Tagen haben wir eine hitzige Stimmung im Auto.

Über die misslungene Reparatur habe ich mich vor drei Wochen so geärgert, dass ich während des gesamten Oma-Osttirolwochenendes nur Autos am Tablet geguckt habe. Gut, gestern das finale furiosa der Kurzschlussreaktion:

frontL

 

Wir haben diesen blauen Flitzer gekauft. In den kommenden Wochen wird er unseren Wünschen entsprechend zusammengebastelt und Ende Oktober wird geliefert. Dann haben wir einen blauen Blitz mit Panoramaglasdach für die Kinder zum Wolken- und Sternegucken und toller Ausstattung für uns vorne mit Apple-Carplay zum Audible Hörbuchhören während der Fahrt.

Ich habe dann unheimlich viel Geld ausgegeben und wir sitzen in einem nagelneuen Kombikleinwagen statt dem reparaturunsicheren Oberklasse-Sharan Baujahr 2005 mit über 200.000 km. Es wird also kuscheliger von der Größe aber dafür wesentlich sicherer; in allen Aspekten.

Mit fünf Jahren Garantie und Vollkasko ist das Problem Reparaturen dann hoffentlich vorerst Geschichte und ich muss mich nicht mehr rumärgern über misslungene Reparaturen, tropfende Kühler, leere Batterien, sündhaftteure Winter- und Sommerreifen und, und, und.

23 Jahre nachdem ich den Führerschein gemacht habe nun also der erste gekaufte Neuwagen nach drei Gebrauchten. Hui. Schon ein merkwürdiges Gefühl den Kaufvertrag zu unterzeichnen. Wie der große Bruder unseres neuen Familienautos in Tschechien zusammengebastelt wird seht ihr hier:

 

Ein lauwarmer Frühlingsspaziergang

Spaziergang_im_Februar_1
Den Wintermantel oder doch die Übergangsjacke? Mit Mantel wird es in der Sonne zu warm und mit der Jacke im Schatten ist es zu kalt. Na toll. *Nörgelmodus-aus*
Spaziergang_im_Februar_7
Der Schnee von gestern ist der See von heute. In Kürze wird das junge Grün kommen.
Spaziergang_im_Februar_2
Die in den Nächten eiskalt gefroren Holzstämme dampfen in der warmen Frühlingssonne.
Spaziergang_im_Februar_3
In wenigen Wochen wird die Sonne nicht mehr am späten Nachmittag hinter dem Bergkamm verschwinden, sondern den großen Sprung über die Berge geschafft haben.
Spaziergang_im_Februar_4
Viele Pfützen müssen entdeckt und die Tiefe jeweils mit einem kleinen Stöckchen vermessen werden.
Spaziergang_im_Februar_5

Luft aufpumpen und alles ein wenig nachziehen. Bald startet die Fahrradsaison.
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Als wir spät nach Hause kommen war es doch schon recht frisch. Ein heißer Kakao wärmt und das Abendprogramm kann kommen.

Ein Sonntag in Kufstein

Ein grauer Sonntagmorgen. Eigentlich ein Nichts-tu-Tag, aber den ganzen Tag daheim sitzen? Nein, so nicht. Was tun? Kurz überlegt, die Tagesausflugsdestinationen besprochen: Meran: Auf die Schnelle zu weit; Irgendein See in Bayern: Waren wir schon oft, mal was anderes, bitte; Schloss Linderhof: Kennen wir zu den Randsaisonen schon; Mal ins Außerfern nach Reutte: Gute Idee! Da waren wir noch nie, bzw. schon ewig nicht mehr und der Verkehr ist jetzt sicher überschaubar. Im Sommer kann man diese Route wegen der ewigen Staus am Fernpass nicht fahren.

Super, wenn nicht das Wetter wäre. Regen im Außerfern laut Wetterbericht! Na toll, dann nicht. Was sonst? Hmmm…. kurz überlegt: Kufstein. Warum nicht. Das kennen wir eigentlich auch nicht, fahren meist nur daran vorbei. Nun gut, dann los.
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Nach etwa einer Stunde Fahrt sind wir da und schon bald spazieren wir am Fuße der mächtigen Festung Kufstein.
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Das Stadtrelief vor dem Rathaus hilft ein wenig bei der Orientierung.
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Sympathische Hydranten bei den Kufsteinern 😉
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In die Altstadt verlieben wir uns sofort. Allein in dieser Gasse ist soviel zu entdecken.
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Prost im Auracher Löchl.
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Die bewegte Geschichte als Grenzstadt. Früher war es wohl nicht ganz so beschaulich und Bayern kein feines Ausflugsziel für die Tiroler.
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Das nenn ich Gasthaus mit Tradition. Ob es da nicht doch irgendwann mal einen Ruhetag gab?
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Am Fuße der Festung Kufstein….
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…geht es mit dem Lift steil nach oben. Für uns aber nicht: Mit den Kinderwägen ist es wohl nicht so ideal dort oben. Im Mittelalter wurde nicht viel Wert auf Kinderwagenfreundliche Wege gelegt. Das nächste Mal, wenn wir ohne die Kinderwägen hier sind, gehts dann nach oben.
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War hatten Glück: Jeden Sonntag um 12 Uhr spielt die Heldenorgel. Das Manual ist bei der Talstation, die Orgelpfeifen hoch oben im Turm. Der Organist spielt mit einer Zeitverzögerung von 1/3 Sekunde, dass erfordert viel Erfahrung und gutes Timing. Die Orgel hört man in der ganzen Stadt. Sehr beeindruckend.
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Nach dem Orgelspiel wollen unsere hungrigen Bäucher ins Nahe gelegene Gasthaus Purlepaus.
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Purlepaus? Als Kaiser Maximilian I Kufstein belagerte, ließ er seine größten Kanonen bringen: Die Purlepaus und die Weckauf. Mit diesen schaffte er es Kufsteins Festung in Trümmer zu schießen. Nicht sehr nett, aber so war das im Jahr 1504.

Sehr nett hingegen war das Gasthaus Purlepaus. Eine freundliche und rasche Bedienung, superlecker Essen und vor allem auch sehr Kinder- und Kinderwagenfreundlich. Ein Kriterium, dass mit zwei Kinderwägen und unserer Familienbande immer sehr wichtig ist.
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Nach dem lecker Essen geht es wieder Richtung Auto. Ein stilvolles Maturaballplakat. Super.
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Wir beschließen, diese Villa zu kaufen und zu restaurieren. Wird wohl ein wenig Geld kosten, aber egal. Die Lage ist sehr gut und die Villa braucht einen neuen Anstrich und eventuell neue Fenster aber sonst passt wohl alles 😉

Nach diesem supertollen Sonntagsausflug haben wir beschlossen der Reihe nach alle Bezirkshauptstädte Tirols zu besuchen. Unsere Premiere war ein voller Erfolg.