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Feingefühl

Feingefuehl

Nach einigen intensiven Tagen mit Kundenarbeit, hatte ich gestern endlich wieder ein wenig Zeit für meine kleine Adana.

Die wasserlöslichen Farben sind schon seit einigen Tagen geliefert, nur konnte ich keine Zeit für einen Testdruck finden. Wie schon gelernt, darf man bei dieser Arbeit keinen Streß haben, deswegen war das nix für zwischendurch.

Wie ich allerdings gestern gelernt habe, braucht man neben der Geduld auch ein sehr, sehr feines Fingerspitzengefühl.

Letztes Wochenende hat mir Frl. S. einen Spruch gezeigt, den ich gerne selber drucken möchte. Nicht lang, aber deutlich mehr als die bisher von mir gedruckten ein-, zwei Wörter. Mein Ziel: Zwei Zeilen mit gesamt drei Schriftschnitten. Das ist für einen Anfänger wie mich eine ganze Menge.

Alles beginnt ganz fein, ich setzte Buchstaben für Buchstaben, suche mir meine Spacer für die Freiräume, die Leads für die Zeilensicherung und so weiter. Als ich den „Composing Stick“ (Entschuldigung für meine englischen Ausdrücke, aber bei manchen Sachen weiß ich einfach noch nicht, wie sie auf Deutsch heißen) mal schnell ablegen das Fiasko!

Er fällt zur Seite und mit ihm alle mühsam eingelegten Lettern. Ärger, Verzweiflung, ein lautes Oje…… Anfängerpech und etwa zwanzig Minuten Arbeit umsonst. Es folgt Versuch zwei. Alle Lettern wieder erneut zusammensuchen. Diesmal aber wesentlich umständlicher, da die Lettern nicht mehr brav und sortiert im Setzkasten liegen, sondern kreuz und quer am Tische verteilt sind.

Weitere zwanzig Minuten später bin ich erneut fast fertig, will noch den Autor des Spruches in der Gill setzten, lege dazu den Stick auf die Seite und schwups, kippt das blöde Ding wieder fast um. Diesmal fällt zum Glück nicht alles komplett raus, sondern kann recht flott wieder reingepfriemelt werden.

Mir wird klar, der Druck geht sich heute nicht mehr aus. Ich befestige die Lettern im Setzrahmen, was auch einige Zeit in Anspruch nimmt. Probier schnell einen Blinddruck. Super, passt.

Der fertige Setzrahmen liegt nun einsatzbereit neben der Druckmaschine. Einzig die Schrauben vom Schließzeug sind gelockert, damit alles entlastet ist.

Da ich mich gestern aber als derart großer Tolpatsch erwiesen habe, ist auf dem Setzrahmen noch ein großes Post-it mit der Warnung, dass die Schrauben gelockert sind. Noch ein weiteres Mal möchte ich diesen Spruch nämlich nicht setzen.

Heute, wenn alles klappt, gibt es dann endlich den fertigen Druck.

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  1. Pingback: Zuviel des Guten | ugiwaza

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