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Mahlzeit

Neugierig und doch etwas schüchtern erblickt das Fräulein den großen Löffel. Schon öfters hatte sie diesen grünen Löffel in der Hand, fein gespielt, ja sogar in den Mund gesteckt. Angenehm hat er diesen komischen Druck im Kiefer gemildert. Doch heute ist alles ein wenig anders.

Es ist auch die Stimmung, die heute ein wenig anders ist. Die großen Menschen sind aufgeregter und viel aufmerksamer als sonst. Alle Blicke liegen gespannt auf dem Löffel. Eine komische orange, irgendwie undefinierbare Masse liegt darauf.

Die Spannung steigt. Der Löffel wandert langsam Richtung Mund. Die Augen des kleinen Mädchens werden größer und größer. Wie beim bisherigen Leerlaufspiel öffnet sie ihren Mund und der Löffel verschwindet sanft darin und wird von Frl. S. rasch und gekonnt nach oben abgezogen.

Das kleine Gesichtchen erstarrt mit einem Schlag. Die zarte Stirn zeigt plötzlich tiefe Furchen, die Mundwinkel sausen herab und die Augen kneifen sich zusammen. Eine wüste Gesichtsluxation ist das Ergebniss des kleinen, orangen Häufchens auf dem Löffel. Die erste feste Nahrung ist gegessen, geschmeckt hat sie scheinbar nicht. Noch nicht.

Dieser Moment war bedeutend: Ein kleiner Löffel für das Fräulein, aber ein gigantischer kulinarischer Schritt nach vorne.

1 Kommentar

  1. Ich fand das im September auch total spannend. Weia, schon so lange her? Wir haben mit Möhrchen angefangen und er hat es geliebt. Aber noch besser fand er Pastinake. Der Vorteil ist: Pastinake-Flecken gehn wieder raus 😉

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