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Feuerwehreinsatz

Feuerwehreinsatz

Feuerwehreinsatz

Der Klang von Martinshörnern lässt regelmäßig aufblicken. Als Fußgänger oder im Auto: Ein Blick in Richtung Tatütata um ja nicht im Wege zu stehen, wenn die Einsatzwagen heranrauschen. In Gebäuden läßt einen das Martinshorn hingegen nicht so dringend aufblicken, doch letzte Woche bin ich dann doch schnell vom Schreibtisch aufgestanden.

In die Arbeit vertieft sitze ich in meinem kleinen, feinen Büro, als das Martinshorn der Feuerwehr erklingt. Meine Aufmerksamkeit ist schon wieder bei der Arbeit, als vor dem Gebäude ein schwerer LKW stehen bleibt. Es dauert ein wenig, bis ich bemerkte, dass der LKW rot ist, ein blaues Blinkelicht am Dach hat und einige schwer bekleidete Herren in raschen Tempo den Wagen verlassen.

Da an diesem Tag ein starker Föhn herrscht und die Bäume schon einiges an Astwerk verloren haben, dachte ich zuerst an ein paar gefährlich, herabhängende Äste, die fachgerecht entfernt werden müßten. Als allerdings die Drehleiter der Feuerwehr in Richtung meines Gebäudes schwenkt und auch die Blicke der Florianjünger auf meine Fassade gerichtet sind, gingen mir blitzartig einige Gedanken durch den Kopf:

Oh Gott, es brennt!!!! Rette sich wer kann! Frauen und Kinder zuerst.

In meinem Büro waren zu diesem Zeitpunkt weder Frauen, noch Kinder, daher dürfte ich wohl im Falle des Falles als erster das Gebäude verlassen. Weiters befindet sich mein Ladenlokal aus verkaufsstrategischen Gründen im Parterre. Dies ist sowohl Werbetechnisch sehr schlau, zudem wäre es gemein, meinen Kunden einen Aufstieg in den fünften Stock zuzumuten. Im Brandfall ist die vollständige Evakuierung meines Ladens durch diese geographische Feinheit in geschätzten vier bis fünf Sekunden möglich.

Doch zurück zu den Herren mit Helm. Als ich aus dem Schaufenster bicke, sehe ich, dass der Leitermann mit Winkelschleifer bewaffnet Richtung Dach fährt. Da Winkelschleifer für Löscharbeiten recht ineffizient sind, war meine erste Vermutung doch korrekt: Der Wind ist heute der Bösewicht. An unserem Dach wurde durch den Föhn eine große Blechplatte gelöst, die wohl bei den Abrissarbeiten des Nachbarhauses gelöst wurde.

Einige spektakuläre Minuten später ist der Spuk vorbei und die Feuerwehrmannen ziehen von dannen. (Welch Wortspiel). Ich hebe meine persönliche Evakuierung auf und kehre ins Büro zurück um ein schnelles Feedback über meine Notfallübung zu machen. Ich komme mit mir selbst zum Ergebnis, dass alles bestens geklappt hat und die spontane Herbstübung 2011 somit ein voller Erfolg war.

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